NOTFALL- & GESUNDHEITSPASS
Bilirubin
Bilirubin entsteht, wenn Blutfarbstoff (=> Hämoglobin) in der Leber, der Milz und im Knochenmark abgebaut wird. Es handelt sich um einen gelbbraunen Farbstoff der Galle. Nach verschiedenen chemischen Umwandlungs-prozessen in der Leber entsteht aus wasserunlöslichen (unkonjungiertem oder indirektem) Bilirubin wasserlösliches (konjungiertes oder direktes Bilirubin. Dieses Bilirubin wird in die Gallenkapillaren ausgeschieden. Wenn zu viel Bilirubin im Blut ist, kann die Leber diesen Stoff nicht mehr aufnehmen und es kommt zur Bilirubin-Ablagerung in fettreichen Geweben wie der Haut (Gelbsucht) und im Gehirn (Enzephalopathie). Gleiches geschieht bei Leberschäden, die eine Störung des Bilirubin-Stoffwechsels verursachen.
Im Blutserum sind verschiedene Formen von Bilirubin nachweisbar. Zur Beurteilung des Bilirubin-Status werden das Gesamt-Bilirubin (direktes und indirektes, Bilirubin sowie an das Transporteiweiß Albumin gebundenes Bilirubin), direktes und indirektes Bilirubin als Einzelwerte bestimmt. Indirektes Bilirubin wird aus der Differenz von Gesamt.Bilirubin minus direktem Bilirubin berechnet. Einflussgrößen für erhöhte Bilirubin-Werte sind Arzneimittel, die in der Leber verstoffwechselt werden, sowie das Lebensalter (Neugeborene).
Urobilinogen ist ein Abbauprodukt von Bilirubin, das mit dem Urin ausgeschieden wird und zu den Gallenfarbstoffen zählt.
Laborprobe: Blutserum/-plasma, Urin
Erhöhte Bilirubin-Werte
Erhöhte Bilirubinwerte sind meist mit einer Gelbsucht (Ikterus) verbunden: Bei Neugeborenen führen Werte von > 4 mg/dl und bei Erwachsenen von > 2,5 mg/dl zu einer Gelbsucht. Der Bilirubinwert kann in Verbindung mit den klinischen Beschwerden zur Unterscheidung verschiedener Formen von Gelbsucht (hepatischer, prä-, intra-, posthepatischer Ikterus) benutzt werden.
- Gelbsucht tritt am auffälligsten durch Gelbfärbung des Augeneiweißes in Erscheinung - darüber hinaus bekommt auch die Haut zunehmend einen Gelbstich.
- Bei Neugeborenen ist Gelbsucht innerhalb der ersten Lebenstage normal.
- Lebergewebeschäden und biochemische Funktionsstörungen können zu erhöhten Bilirubinwerten führen
Wenn Bilirubin über den Urin ausgeschieden wird, verfärbt sich dieser bierbraun.
Diagnosen mit erhöhten Bilirubin-Werten
- Bilirubin-Enzephalopathie (Hirnfunktionsstörungen durch Bilirubin)
- Blutgruppenunverträglichkeiten (ABO-System, Rhesusfaktor)
- Gallenwegserkrankungen (Cholestase, Cholangitis bei Gallensteinen oder Bauchspeicheldrüsenkrebs)
- Hämolytische Anämie (Sichelzell-, Transfusions- Autoimmun-, Arzneimittel-anämie)
- Herzoperationen
- Hyperbilirubinanämie-Syndrom (erblich)
- Leberentzündung (akute Alkoholhepatitis, Virushepatitis A/B/C/DE, Autoimmunhepatitis)
- Lebertransplantation (Organabstoßung), Lebervergiftung (Industrie- und Umweltgifte), Leberzellkrebs, -zirrhose
- Neugeborenen-Gelbsucht (Icterus neonatorum), Bluttransfusion
- Schwangerschaftsgelbsucht
Verminderte Bilirubin-Werte
Verminderte Bilirubinwerte haben keinen Krankheitswert.
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Bilirubin-Normalwerte
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Gesamt-Bilirubin
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Erwachsene
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0,1-1,2 mg/dl
(2-21 µmol/l)
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Direktes Bilirubin
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Erwachsene/Kinder
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≤ 0,1 mg/dl (2 µmol/l)
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Indirektes Bilirubin
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Erwachsene/Kinder
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≤ 0,8 mg/dl
(13,7 µmol/l)
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Urobilinogen (Urin)
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Negativ
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