CHOLESTERIN (CHOL)
Cholesterin kann überall im Körper produziert werden und ist ein lebenswichtiger Baustoff von Zellmembranen und Fetteiweißstoffen sowie für die Produktion von Hormonen und Gallensäuren. Cholesterin wird in der Leber abgebaut und über die Galle und den Darm ausgeschieden. Da Cholesterin im Blutplasma schlecht löslich ist, wird es im Blut als komplexe Verbindung (Apolipoprotein) in Teilverbindungen, hauptsächlich als LDL-Cholesterin sowie in geringerem Umfang als HDL- und VLDL-Cholesterin transportiert.
Die Bestimmung der Cholesterinwerte dient vor allem der Risikoabschätzung für Herzerkrankungen und zur Kontrolle einer Behandlung mit Lipidsenkern. Die Cholesterin-Konzentrationen nehmen mit zunehmendem Alter zu, wobei ihr Aussagewert für eine Herz-Kreislauf-Gefährdung dann abnimmt.
- Die Ernährungsbedingungen einige Tage vor Entnahme der Laborprobe sollten ausgewogen sein. 12-stündige Nüchternheit ist empfehlenswert.
- Ein Cholesterinwert allein reicht nicht aus, um die Diagnose chronische Cholesterinerhöhung (Hyperlipidämie) zu stellen, mehrmalige Kontrollen sind erforderlich.
- Schwangerschaft, zu lange Stauungen bei der Blutentnahme und Blutentnahme im Stehen können zu abnorm veränderten Cholesterin-Werten beitragen.
- Zur Beurteilung des fettstoffwechsels bestimmt man zusätzlich die Laborwerte => LDL-Cholesterin und => HDL-Cholesterin.
Laborprobe: Blutserum/-plasma
Erhöhte Cholesterin-Werte
Dauerhaft abnorm hohe Cholesterin-Werte erhöhen das Riskio für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Durchblutungsstörungen, koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Schlaganfall, Herztod) durch langfristig gefäßschädigende Wirkungen.
Diagnosen mit erhöhten Cholesterin-Werten
- Adipositas (Fettsucht)
- Arzneimittel (Antibabypille, Kortison)
- Arteriosklerose (Atherosklerose)
- Diabetes mellitus
- Fettreiche Ernährung
- Fettstoffwechselstörung (Hyperlipidämie)
- Hypercholestrinämie (Typ Iia, Iib, III, IV)
- Nierenerkrankung (Nephrotisches Syndrom)
- Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
- Stress
Verminderte Cholesterin-Werte
Niedrige Cholesterin-Werte im Blut kommen seltener vor und treten vor allem ernährungsbedingt sowie bei schweren Organstörungen auf (Leber, Schilddrüse). Menschen mit niedrigen Cholesterin-Werten erleiden sehr selten einen Herzinfarkt.
Diagnosen mit verminderten Cholesterin-Werten
- Cholesterinarme Ernährung
- Chronischer Durchfall
- Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
- Leberschäden
10-Jahres-Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben
Die Tabelle zeigt das altersbezogene Risiko für eine tödlich verlaufende Herz-Kreislauf-Erkrankung unter der Annahme, dass der Lebensstil nicht verändert wird. So können Sie Ihr Herz-Kreislauf-Risiko abschätzen.
Wählen Sie Ihr Geschlecht und Ihre Altersgruppe.
Ordnen Sie sich der Gruppe »Raucher« oder »Nichtraucher« zu.
Wählen Sie Ihren systolischen Blutdruckwert (mmHg) aus der linken Zahlenbeschriftung.
Wählen Sie ihren => Cholesterinwert (mmol/l) aus der Zahlenbeschriftung unter der Tabelle. Rechts unten befindet sich eine Umrechnungstabelle für die Einheit mg/dl.
Die sich am Ende ergebende Zahl entspricht der statistischen Wahrscheinlichkeit in Prozent, innerhalb der nächsten zehn Jahre an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben.