NOTFALL- & GESUNDHEITSPASS
Chlorid (Cl)
Chlorid (Cl) bzw. Das in Flüssigkeiten negativ geladene Chloridion ist der wichtigste Bindungspartner von => Natrium. Natriumchlorid (NaCl) ist Kochsalz. Chlorid ist zusammen mit Natrium für die ausgewogene Flüssigkeitsverteilung im Körper von größter Bedeutung und liegt zum größten Teil in Körperräumen außerhalb der Zellen vor (88 Prozent extrazellulär bzw. 12 Prozent intrazellulär). Chlorid wird im Darm aufgenommen und über die Nieren ausgeschieden. Im Magensaft finden sich große Mengen an Chlorid. Der Chlorid-Wert wird immer zusammen mit dem Natriumwert bestimmt.
Die Bestimmung der Chlorid-Werte eignet sich gut zur Diagnose von Störungen der Säure-Basen-Gleichgewichts, des Natrium- und Wasserhaushaltes sowie als Kontrollparameter in der Intensivmedizin.
Arzneimittel (Diuretika, bromid-/jodhaltige Mittel) sowie die Ernährung (Kochsalzzufuhr) können zu abnorm veränderten Chlorid-Werten beitragen
Laborprobe: Blutserum/-plasma, 24h-Sammelurin
Erhöhte Chlorid-Werte
Bei erhöhten Chlorid-Werten sind in der Regel auch die Natrium-Werte erhöht. Die Beschwerden entsprechen den Symptomen bei Natrium-Überangebot im Blut.
Diagnosen mit erhöhtem Chlorid-Werten im Blut
- Austrocknung
- Azidosen (renal tubuläre Nierenerktrankungen, verminderte Blut-pH-Werte)
- Chloridhaltige Arzneimittel
- Kochsalzzufuhr (erhöht)
- Nierenerkrankungen (Nephropathien)
- Schnelle Atmung (Hyperventilation)
Diagnosen mit erhöhter Chlorid-Ausscheidung im Urin
- Erbliche Nierenerkrankung (Bartter-Syndrom)
Verminderte Chlorid-Werte
Bei verminderten Chlorid-Werten sind in der Regel auch die Natrium-Werte vermindert. Die Beschwerden entsprechen dem natrium-Mangel im Blut.
Diagnosen mit verminderten Chlorid-Werten im Blut
- Alkalosen (erhöhte Blu-pH-Werte)
- Ateminsuffizienz (chronische Hyperkapnie)
- Cushing-Syndrom
- Magensaftverlust (Erbrechen, Magenfistel u.a.)
- Nebennierenerkrankung (Hyperaldosteronismus)
- Nierenerkrankung (Bartter-Syndrom)
Cl-Normalwerte |
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Obergrenze (methodenabhängig)
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1,5-5,0µ g/l
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