Amylase (α-Amylase)
Das Enzym Alpha-Amylase (α-Amylase) wird von der Bauchspeicheldrüse (Pankreasamylase), der Mundspeicheldrüse und im Eileiter produziert. Der Großteil des Enzyms wird in den Pankreasgang ausgeschüttet (exkretorisches Enzym) und nur ein geringer Anteil in das Blut. Das Verdauungsenzym kommt an zwei Stellen des Körpers mit Nährstoffen in Berührung: im Mund und im Darm.
Es gibt etwa 25 Methoden zur Bestimmung der Amylasekonzentration im Blut. Da sich die Serumspiegel rasch wieder normalisieren, werden zur weiteren Verlaufskontrolle einer Bauspeichelsrüsenerkrankung häufig zusätzlich die (ungenaueren) Amylase-Konzentrationen im urin untersucht. Darüber hinaus kann Amylase im Blut die arteriellen Gefäßwände angreifen, was zur Entwicklung einer Arteriosklerose beiträgt. Die Amylase-Bestimmung dient in erster Linie der Diagnostik bei unklaren Oberbauchbeschwerden, krankhaften Veränderungen an der Bauchspeichel- und Mundspeicheldrüse.
Laborprobe: Blutserum/-plasma (hepainisiert, Spontanurin
Erhöhte Pankreasamylase-Werte
Vor allem wenn eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung auftritt, kommt es bereits nach 5 bis 12 Stunden nach den ersten Beschwerden (etwa Bauchschmerzen) zu erhöhten => Lipase-Werten, die zwei bis fünf Tage lang auf diesem erhöhten Niveau bleiben. Bei einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung ist die Behandlung in einer Klinik dringend erforderlich, da eine Intensivtherapie mit Infusionen und Nahrungsabstinenz erforderlich ist.
Diagnosen mit erhöhten Pankreasamylase-Werten
Bauchspeicheldrüsenerkrankungen:
- Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreastitis)
- Akuter Schub einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreastitis)
- Akutes Oberbauchsyndrom (Durchbruch eines Magen-, Zwölffingerdarmgeschwürs, Darmverschluss, Peritonitis, Milzveneneinriss, Eileiterdrehung, -einriss)
- Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreastitis) durch Abflussstörung um Drüsengang (Obstruktion)
- Endoskopische Darstellung der Bauchspeicheldrüsen- und Gallengänge (ERCP)
Andere Erkrankungen
- Alkoholismus
- Bösartige Tumoren (Lungen-, Darm-, Schilddrüsen-, Bauchspeichel-, Eierstock, Prostatakrebs)
- Leberstauung
- Mundspeicheldrüsenentzündung (Parotitis)
- Niereninsuffizienz
- Virushepatitis
Verminderte Pankreasamylase-Werte
Verminderte Werte sind unbedenklich
Faktoren, die zu erhöhten Amylase-Werten beitragen
Arzneimittel (Kortison, Antibabypille, Morphium), Drogen (Heroin), erheblich bedingte Amylase-Erhöhung, Makroamylasämie