Alkalische Phosphatase (AP)
Die alkalische Phosphatase (AP) umfasst eine Gruppe von Proteinen, die bei alkalischem pH-Wert des Blutes eine enzymatische Aufspaltung von Phosphatverbindungen unter Anwesenheit von Magnesiumionen bewirkt. In größerer Menge kommt die alkalische Phosphatase im Leber- und Gallengangsgewebe, in Knochen (Knochen-AP), im Dünndarm (Dünndarm-AP) sowie in der Plazenta (Plazenta-AP) vor.
Die AP wird bestimmt, wenn die Diagnose und der Verlauf von Leber- und Gallenwegserkrankungen beurteilt werden sollen. Die AP ist in knochenaufbauenden Zellen (Osteoblasten) besonders aktiv. Aus diesem Grund sind erhöhte A-Werte während Wachstumsphase und der Schwangerschaft unbedenklich. Faktoren die den AP-Wert beeinflussen: Antibabypille, Arzneimittel (Antiepileptika, Allopurinol, Verapamil, Antibiotika), Knochenwachstum bei Kindern (Knochen-AP), Schwangerschaft.
Laborprobe: Blutserum/-plasma
Erhöhte AP-Werte
Ein Anstieg der AP-Werte im Blutserum deutet meist auf eine Erkrankung der Leber und des Gallenweges sowie des Knochenskeletts hin. Die Knochen-AP steigt vor allem bei erhöhter Aktivität der Knochen-aufbauenden Zellen (Osteoblasten) an.
Diagnosen mit erhöhten Gesamt-AP-Werten
Erkrankungen der Leber und Gallenwege:
- Alkoholbedingte Leberentzündung (Hepatitis)
- Arzneimittel
- Fettleber
- Gallenwegserkrankung (Cholangitis)
- Gallenwegsverschluss mit Gelbsucht (Verschlussikterus)
- Kollagenerkrankung der Leber (Amyloidose)
- Leberabzess/-krebs/-tumoren/-metastasen/-zirrhose
- Schwangerschaftscholestase
- Virushepatitis
Andere Erkrankungen
- Diabetes mellitus
- Hodgkin-Lymphom
- Morbus Crohn
- Rheumatische Erkrankungen
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Diagnosen mit erhöhten Knochen-AP-Werten
Arzneimittel (Barbiturate, Blutdrucksenker)
Kleinwüchsige, die mit Wachstumshormonen behandelt werden
Knochenbruch
Knochenkrebs (Osteosarkom, Ewing-Sarkom)/-metastasen
Morbus Paget
Nebenschilddrüsenstörung (Hyperparathyreoidismus)
Nierenerkrankungen (renale Osteodystrophen)
Osteomalazie/Rachitis
Osteoporose
Riesenwuchs (Akromegalie)
Vitamin D-Mangel/-Stoffwechselstörung
Verminderte AP-Werte
Verminderte AP-Werte im Blutserum werden sehr selten beobachtet: bei Anämie, nach Bypass-Operationen, bei Eiweißmangel-Ernährung, Hypophosphatasämie (Morbus Wilson), Hypophosphatasie (angeborener Phosphatasemangel), Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Magnesiummangel, Osteoporose (kortisonbedingt).
AP als Tumormarker
Die AP ist - etwa in Verbindung mit der sauren Phosphatase und der Prostata-Phosphatase - auch als => Tumormarker für bestimmte Krebserkrankungen geeignet: Brust-, Knochenkrebs, Multiples Myelom, Prostatakrebs.