NOTFALL- & GESUNDHEITSPASS

A


Ackergauchheil

(Anagillis Arvensis)













Der Ackergauchheil ist giftig und gehört zur Gattung der Primelgewächse.

Unter den Volksnamen: Nebelpflanze, Roter Gauchheil, Weinbergstern oder Wetterkraut kennt man ihn auch.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile:
Das Kraut (ohne  die Wurzeln).


Der Ackergauchheil ist ein kleines Kraut mit vierkantigem ästigem, zumeist niederliegendem Stengel, der etwa 25 cm lang wird. Die ungestielten Blätter sind eiförmig bis länglich und gegenständig oder auch zu dritt quirlständig angeordnet. Aus den Blattachseln entspringen gestielte Blüten, meist zeigelrot, doch auch blau (Anagallis Coerulea) oder weiß.

Blütezeit: Juni bis Oktober
Vorkommen: Als Unkraut auf Feldern, auf Brachland, in Gärten und Weinbergen, meist auf lehmigem Boden.


Inhaltsstoffe (Wirkstoffe):

Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und eine Substanz, die gegen Pilze wirksam sein soll.


Heilwirkung und Anwendung:

Diese Heilpflanze wird in der Schulmedizin nicht verwendet. Es ist aber durchaus möglich, daß sie in Zukunft Bedeutung erlangt, denn die Inhaltsstoffe, besonders die hautwirksamen, rechtfertigen eine Überprüfung der Wirksamkeit.


Anwendung in der Homöopathie:

Das Homöopathikum Anagallis arvensis wird aus der frischen blühenden Pflanze hergestellt. Es wird bei Ausschlägen verschiedenster Art, bei Geschwüren, aber auch bei Nervenleiden angewendet - allerdings selten. Gebraucht werden mittlere Potenzen (D3 bis D6).


Ackergauchheil als Hausmittel:

Wenn auch in diesem Abschnitt viel Rühmlichkeit über die Verwendung des Ackergauchheil in der alten Volksmedizin gesagt wird, so darf doch nicht vergessen werden, daß er eine Giftpflanze ist. Vor jeder Selbstbehandlung muß gewarnt werden. Die Anwendung in der Volksmedizin geht auf seine Erwähnung bei Dioskorides und Plinius im ersten Jahrhundert nach Christus zurück. Von diesen Autoren bezogen die mittelalterlichen Kräuterbücher ihr Wissen. Und unserer Volksmedizin lag wohl die Aussage von Leonhart Fuchs in seinem »New Kreuterbuch« (Basel 1543) zugrunde. Dort heißt es unter anderem: »Gauchheil wirkt schmerzstillend, säubert überlegt die Wunden, aus denen er Dorn und Spreißen herauszieht. Der Saft reinigt das Haupt von zähem Nnasenschleim, lindert auch das Zahnweh. Mit Honig gemengt, macht der Saft die frühen Augen  klar, mit Wein getrunken ist er gut gegen Natterbiß, gegen bresthafte Leber und Nieren.«

Darüber hinaus verwendet die Volksmedizin den Gauchheil innerlich und äußerlich gegen Warzen, gegen Steinleiden, Verstopfung, Epilepsie.


Nebenwirkungen:
In größerer Menge erzeugt der Gauchheil Durchfälle, Übelkeit und Erbrechen.Dauergebrauch führt zur Schädigung der Niere. Auch eine ungünstige Wirkung auf das Nervensystem ist beobachtet worden. Menschen mit einer »Primelallergie« können Hautausschläge bekommen.


Ackerschachtelhalm

(Equisetum arvense)








Diese Pflanze hat einen zweiten Namen: Zinnkraut. Früher wurde sie zum Reinigen des Zinngeschirrs benutzt. Der Ackerschachtelhalm wird eingesetzt bei Blasen- und Nierenerkrankungen, bei Steinleiden, bei Gicht und Ödemen, aber auch bei Lungenleiden, Lymphdrüsen- und Bindegewebebeschwerden wirkt sich dieses Mittel positiv aus. Tees können für Umschläge bei Ekzemen und Geschwüren sowie bei Sitzbädern für Blasenschwäche und Blasenkatarrh als Zusatzmittel Verwendung finden.

Für einen Teeaufguß sollte man zirka zwanzig Gramm auf einen Liter Wasser nehmen und über den tag verteilt zwei bis drei Tassen schluckweise trinken.


ALANT, echter

(Inula helenium)









Bei dieser Pflanze finden vorwiegend die Wurzeln Verwendung. Sie ist bei allen Stoffwechselvorgängen von erheblicher Bedeutung. Ihre Anwendungsmöglichkeiten reichen von Appetitlosigkeit über Verdauungsschwäche, Magen- und Darmbeschwerden und Leberstauungen. Sie wirkt stuhlfördernd und regt gleichzeitig die Wasserausscheidung an, was bei allen entzündlichen Vorgängen im Körper von Bedeutung ist. Daneben findet sie für den Respirationstrakt Verwendung, wo sie krampflösend wirkt. Auch bei Bronchialkatarrh ist sie hilfreich.

Alant wird entweder in Tees, Tinkturen oder in Sirup angeboten.


ALOE

(Alloe ferox)











Bei dieser Pflanze handelt es sich um ein Liliengewächs, dessen eingedickter Saft als starkes Abführmittel bekannt ist. Sie sollte nur als Zusatz zu fertigen Arzneimitteln angesehen werden, um deren oft nachteilige Nebenwirkungen abzuschwächen.


ANDORN

(Marrubium vulgare)











Leider ist dieses Kraut in Vergessenheit geraten. Seine heilende Wirkung erstreckt sich auf Entzündungen im Respirationstrakt sowie auf Entzündungen im Bereich Leber und Gallenblase, des Magen- Darmtraktes. Eine Teekur bei Hämorrhoiden und schlechtheilenden Wunden kann empfohlen werden; gleichzeitig durchgeführte Sitzdampfbäder mit Andorn steigern die positive Wirkung.

Bei Rückenschmerzen kann ein Teeaufguß zubereitet werden, wobei auf einen Liter Wasser zehn Gramm der Blätter und oberen Teile der blühenden Pflanze kommen; täglich sollte man zwei bis drei Tassen dieses Tees trinken. Der Abbsud der Pflanze kann im übrigen bei Bädern und Waschungen des Rückens eingesetzt werden.

Auch Kompressen mit dem Absud können auf die schmerzenden Stellen im Rückenbereich aufgelegt werden.


ANIS

(Pimpinella anisum)











Anis kennen wir als Zutat zu den Weihnachtsplätzchen und, insbesondere von reisen in die Provence, als Salatgewürz. In der Medizin findet er als krampflösendes Mittel bei Magen- und Darmbeschwerden sowie bei Bronchialkatarrhen seinen Einsatz. Er ist fasst allen auf das Intestinum (lat. Darmkanal) ausgerichteten Tees beigemischt und vor allem als alkoholische Lösung in Form von ätherischem Öl wirkungsvoll.


ARNIKA

(Armica montana)











Aus Arnikablättern wird eine Tinktur hergestellt, die in der naturheilkundlichen Arzneimitteltherapie eine wesentliche Rolle spielt. Bei Verstauchungen, Thrombosen, Blutergüssen und Quetschungen, bei Entzündungen der Mundschleimhäute und zum Spülen von Wunden, für die Anfertigung von Kompressen, bei Hauterkrankungen - überall sollte an Arnika gedacht werden. In der Homöopathie wird sie als krampflösendes und kreislaufanregendes Mittel eingesetzt.

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